Zwitserland: Wimax totale mislukking.

donderdag, 09 oktober 2008 - Categorie: Berichten Internationaal

Bron: inside-it.ch 6 oct.2008

WiMAX in der Schweiz so gut wie tot

Die Kommunikationskommission hat die Konzessionen von Swisscom und Inquam geändert. Die beiden Telekom-Firmen hätten jetzt eine längere Frist, um kommerzielle Angebote in der Schweiz zu starten. Geplant ist jedoch nichts.

In der Schweiz interessiert sich niemand für die drahtlose Datenübertragungstechnik WiMAX. Mit dieser Technologie, die vor allem als Alternative zu ADSL und UMTS betrachtet wird, ist eine theoretische Reichweite von 50 Kilometern bei einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von 70 bis 100 Mbit/s möglich. Es gibt drei Unternehmen, die dank ihren Konzessionen in der Lage wären, WiMAX-Angebote in der Schweiz zu starten: Swisscom, Cablecom und die Kölner Inquam Broadband GmbH. Doch für alle drei ist WiMAX zurzeit kein Thema.

WiMAX (Worldwide Interoperability For Microwave Access) ist die wichtigste Technologie, die sich unter dem Oberbegriff BWA (Broadband Wireless Access) versteckt. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hatte vor drei Jahren im Auftrag der Kommunikationskommission (ComCom) drei BWA-Konzessionen ausgeschrieben.
Einzig Swisscom interessierte sich dafür und kaufte im Sommer 2006 eine Lizenz für 6,1 Millionen Franken. Für die gleiche Konzession bezahlte Inquam ein Jahr später nur 5,8 Millionen Franken, weil die Laufzeit der Inquam-Lizenz kürzer ist: Beide BWA-Lizenzen sind bis Ende 2016 gültig.

Nichts in der Pipeline
Mit den Lizenzen kamen auch die Versorgungsauflagen: Swisscom war ursprünglich verpflichtet, bis Ende 2009 mindestens 120 Antennen zu betreiben und bis Ende 2007 einen kommerziellen Betrieb aufzunehmen. Der Schweizer Telekom-Marktführer musste ein Gesuch zur Änderung des Start-Termins einreichen. Wie ComCom-Sprecher Peter Bär gegenüber inside-it.ch sagt, wurde diese Hürde nun ''aufgehoben''. Das heisst, dass Swisscom spätestens bis Ende 2009 120 Antennen betreiben und bis dann auch den kommerziellen Betrieb aufnehmen muss. Erfüllt Swisscom die Auflagen erneut nicht, könnte die Konzession wieder angepasst oder entzogen werden. Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus sagt zu inside-it.ch, dass derzeit überhaupt nichts geplant ist: ''Wir haben, was WiMAX angeht, nichts in der Pipeline.''

Inquam hatte bis 30. September 2008 Zeit, einen kommerziellen Betrieb aufzunehmen. Doch auch dieser Termin verstrich vor wenigen Tagen. Nun hat die ComCom auf Antrag von Inquam (unter dem neuen Namen Callix) vor wenigen Tagen entschieden, die BWA-Konzession in derselben Weise und aus denselben Gründen anzupassen, wie dies bereits bei Swisscom der Fall war: Die ComCom hat die Versorgungsauflagen in der Konzession von Inquam angepasst, ohne jedoch die Verpflichtung zu ändern, dass Inquam bis Ende September 2010 insgesamt 120 Antennen kommerziell betreiben muss. Das Kölner Unternehmen ist somit auch nicht mehr gezwungen, bis Ende September 2008 den kommerziellen Betrieb aufzunehmen. Inquam wollte sich gegenüber inside-it.ch weder zum angeblichen Namenswechsel noch zu den WiMAX-Plänen äussern.

Bei Cablecom sieht die Sache ganz anders aus. Die Liberty-Gruppe, die vor drei Jahren Cablecom gekauft hat, erwarb schon vor acht Jahren (für 160 Millionen Franken!) eine WLL-Lizenz (Wireless Local Loop) im Frequenzband 3,41 - 3,6 GHz. Diese könnte ebenfalls für WiMAX eingesetzt werden. Allerdings wäre die Qualität nicht besonders gut. Cablecom sagte noch vor zwei Jahren, dass man ''sicher'' die Option prüfe, WiMAX-Dienste anzubieten. Heute heisst es seitens Cablecom, dass man nichts Konkretes plane. Die WLL-Lizenz von Cablecom läuft 2010 aus.

Drei Gründe gegen WiMAX
Es gibt vor allem drei zentrale Gründe für die schleppende Entwicklung von WiMAX in der Schweiz. Erstens wird der Bau von neuen Antennen hierzulande seit Jahren heftig kritisiert: Swisscom musste etwa im August 2007 einen WiMAX-Feldtest in Boltigen nach einer Beschwerde der Interessengemeinschaft gegen Elektrosmog ''Gigaherz'' vorzeitig beenden.

Zweitens sind die topografischen Verhältnisse in der Schweiz nicht günstig für WiMAX, denn es braucht eine Sichtverbindung zwischen Antenne und Empfänger. Bergige Gebiete sind somit nur durch zusätzliche Antennen erreichbar.

Drittens ist es bei der Zertifizierung von Geräten durch das WiMAX-Forum wiederholt zu Verzögerungen gekommen. So etwa beim Mobile WiMAX Standard 802.16e-2005. Auf Druck aus dem amerikanischen Markt wurde zudem die Zertifizierung von Komponenten für den Einsatz im Frequenzbereich 2,5 GHz derjenigen der Komponenten für den in der Schweiz vergebenen 3,5-GHz-Frequenzbereich vorgezogen. ''Die Zertifizierung durch das WiMAX-Forum ist für die Interoperabilität der entsprechenden Systemkomponenten natürlich wichtig'', so Peter Bär von der ComCom. Der Telekom-Regulator ist somit zum Schluss gekommen, dass diese Verzögerungen in der Tat ausserhalb des Einflussbereichs der Gesuchsteller liegen und somit die Voraussetzung für eine Konzessionsanpassung gegeben sei.

Das Bakom hätte auch noch regionale BWA-Konzessionen zu vergeben. Laut Bär gab es aber bisher kaum Nachfragen nach solchen Konzessionen, die aus den bisher nicht vergebenen Frequenzen aus dem 3,5-GHz-Frequenzbereich gebildet werden könnten. Daran dürfte sich wohl so schnell nichts ändern. (Maurizio Minetti)

Zie voor het origineel:
www.inside-it.ch/frontend/insideit?_d=_article&news.id=15685 .



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