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Duitsland: Vrouw totaal overgevoelig voor draadloze techniek. Sociale isolatie door huisarrest.    
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Duitsland: Vrouw totaal overgevoelig voor draadloze techniek. Sociale isolatie door huisarrest.
zaterdag, 06 augustus 2011 - Dossier: Oproepen en appellen van artsen en wetenschappers


De 44 jarige Heike Keuser uit Oberelz (100 km ten zuiden van Bonn) is de laatste jaren totaal overgevoelig geworden voor iedere vorm van draadloze technologie. Door een zendmastuitbreiding moest ze zelfs haar vorige woning verlaten. Gelukkig is haar man architect en ontwerpt hij nu een stralingsvrij huis voor haar.
Het meest indringend aspect uit dit ervaringsverhaal is de totale sociale isolatie waarin de vrouw als het ware door ''huisarrest'' is komen te verkeren. Geen bezoek aan familie, kinderen, vrienden. En de voortdurende twijfel in haar omgeving of de symptomen wel echt door elektrosmog veroorzaakt worden. Voor een stralingsslachtoffer is dit beeld, in stand gehouden door overheid en industrie, vaak het moeilijkst om mee om te gaan.
En natuurlijk weer een psychiater, nu Ulrich Frick, die durft te stellen dat de klachten psychosomatisch zijn. Geen wonder, in deze richting heeft hij eerder het Bundesamt fr Strahlenschutz geadviseerd en zijn wetenschappelijk aanzien staat op het spel, net als in Nederland bij al die wetenschappers die langzaam gaan beseffen dat ze het bij het verkeerde eind hadden en dat voor sommige mensen de draadloze technologie inderdaad, zoals bij Heike Keuser, ondraaglijk is:


Bron: TAZ 2 juli 2011

Kein Empfang

Auteur: MIRJAM SCHMITT

SENSIBEL Strahlt ein Handy in ihrer Nhe, schmerzt Heike Keuser der ganze Krper. So sehr, dass sie sich versteckt. Ein Besuch im Funkloch hinter den Metallvorhngen

Auteur: MIRJAM SCHMITT

Oberelz liegt in einer Senke, umgeben von Hgeln und Wald in der Vulkaneifel. Gerade mal 120 Einwohner leben hier. Autos fahren kaum, vor den Sechziger-Jahre-Husern zieren Plastiksthle den Vorgarten. Der Handyempfang ist schwach in Oberelz - doch genau deshalb ist Heike Keuser im Januar hierher gezogen.

Die zierliche 44-Jhrige sitzt neben ihrem Mann am Esszimmertisch und schaut auf eine graue Mauer, die ihre Terrasse umgibt. Die Haustr hat sie mit einem weien Vorhang verhngt. ''Der Nachbar hat ein schnurloses Telefon'', erklrt sie, ''ich kann die Strahlung im Haus spren. Der Vorhang hlt sie einigermaen ab, weil dort Metallfden eingewebt sind.''

Heike Keuser schirmt sich von der Welt ab. Sie hlt ihre Strahlung nicht mehr aus.

Seit 15 Jahren leidet sie unter Multipler Sklerose. Sie ist gelernte Heilpraktikerin, doch zum Arbeiten fehlt ihr schon lange die Kraft in den Hnden. Es ist nicht nur die Krankheit, die ihr Leben so stark einschrnkt. Es sind auch Mobilfunknetze und WLAN-Router. Seit acht Jahren reagiert ihr Krper darauf - auf hochfrequente elektromagnetische Strahlung.

Alles wird taub und kalt

In Monreal, dem alten Wohnort der Keusers - etwa zehn Kilometer entfernt - hatte alles angefangen: Als die Familie sich ein schnurloses Telefon anschaffte, lag Heike Keuser pltzlich nchtelang wach, hatte Schmerzen in Armen und Beinen, ihr Herz raste. Mehr und mehr bekam sie auch auerhalb des Hauses Schmerzen. ''Irgendwann habe ich gemerkt, dass es was mit Handys zu tun hatte, wenn es mir schlechter ging'', erinnert sie sich. Sie begann, ihren Tagesablauf so zu planen, dass sie Strahlenquellen umgehen konnte. Doch je mehr sich WLAN und Handys ausbreiteten, desto grer wurden ihre Schmerzen.

''Das ist, als wrde ein stumpfer Gegenstand stndig und in sehr, sehr kurzen Abstnden gegen meine Nerven schlagen'', sagt Heike Keuser und berlegt kurz. Sie mchte alles mglichst genau beschreiben. Sie wei, dass das, was sie sprt, fr andere unglaublich klingt. ''Es hrt nie auf'', sagt Keuser, ''alles wird taub und kalt. Ich fhle mich wie eingeschnrt, der Rumpf, der Brustkorb, die Gliedmaen. Die Muskeln krampfen, die Kraft nimmt ab.''

Dass das, was Keuser fhlt, tatschlich etwas mit Elektrosmog zu tun hat, ist umstritten: Zwar bezeichnen sich laut dem Bundesamt fr Strahlenschutz (BfS) rund 6 Prozent der Deutschen als ''elektrosensibel'' - die Betroffenen klagen meist ber Kopfschmerzen oder Schlafstrungen, sobald sie sich in der Nhe von Handys oder WLAN-Netzen aufhalten. Jedoch in einer Studie hat das BfS zwischen 2002 und 2008 die gesundheitlichen Auswirkungen der Mobilfunk- und WLAN-Strahlung untersucht. Ergebnis: ''Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand sind keine gesundheitliche Beeintrchtigungen durch die hochfrequente Strahlung des Mobilfunks zu befrchten, wenn die Grenzwerte eingehalten werden'', sagt Anja Schulte-Lutz, Sprecherin des BfS.

Heike Keuser sprt die Strahlen trotzdem. Drauen scheint die Sonne, doch Keuser dringt nicht einmal bis zu ihrer Terrasse vor. Die Vorhnge machen das Esszimmer dmmrig. Aus Angst vor Strahlen hlt sich Keuser fast nur noch im Haus auf. Dennoch ist ihr Blick lebhaft, die dunklen Augen wandern stndig herum. Wenn sie spricht, schaut sie einen eindringlich an.

''Spinne ich?''

Im September 2008 ging es Keuser pltzlich schlechter. Mit einem Messgert stellten sie und ihr Mann fest, dass der Mobilfunkmast am Rande des Dorfes mit einer zustzlichen Frequenz aufgerstet wurde. Ein Anruf bei der Betreibergesellschaft besttigte: Neben D1 kam mit O2 ein zweiter Mobilfunkanbieter hinzu. Heike Keuser begann bei Freunden zu bernachten.

Fr Ulrich Frick ist der Fall klar: Schmerzen wie die von Keuser sind psychosomatisch. Frick ist Professor fr Public Health an der Fachhochschule Krnten und war an der Studie im Auftrag des BfS beteiligt. ''Ein Zusammenhang zwischen subjektiv empfundener Elektrosensibilitt und elektromagnetischen Feldern, wie durch Handys, lsst sich nach wie vor nicht nachweisen'', erklrt er.

''Manchmal habe ich mich selbst gefragt: Kann das alles sein oder spinne ich?'', sagt Keuser. Auch Freunde und Bekannte zweifelten. Manche gingen so weit, sie zu testen. ''Sie haben heimlich ihre Handys angemacht und gewartet, ob ich was sage'', erzhlt Keuser. Sie lchelt bitter. Anfangs habe sie versucht, die Schmerzen auszuhalten - sie traute sich nicht, sich zu beschweren. ''Inzwischen bitte ich die Leute sofort, ihre Handys wieder auszuschalten. Sonst glaubt mir ja nie jemand.''

Das Herz schlgt hher

Mit dem Vorwurf, sich alles nur einzubilden, hat Heike Keuser immer wieder zu kmpfen. Doch es gibt ja auch Lebrecht von Klitzing. Der Umweltphysiker konnte Heike Keuser die Schmerzen besttigen. Er ist Chef des Instituts fr umweltphysikalische Messungen in Wiesenthal, forscht dort zur Elektrosensibilitt. Von Klitzing hat ein Messverfahren entwickelt, das die Auswirkungen der Strahlung von Menschen testen soll. Er setzt Elektrosensible einer Strahlung aus, ohne dass sie wissen, wann genau das passiert. Dabei misst er unter anderem, wie sich deren Herzschlag verndert. ''Die Herzschlagrate von Heike Keuser nahm unter Strahlung deutlich zu'', sagt er. Er habe bei ihr auerdem Spasmen registriert, also krampfartige Zustnde des Muskelsystems an der Hautoberflche. ''Gerade Menschen mit Vorerkrankungen leiden hufiger unter Beschwerden aufgrund von Strahlung, wie die des Mobilfunks'', erklrt von Klitzing. Durch die Vorerkrankung seien sie schmerzempfindlicher und reagierten auf Dinge, die andere gar nicht wahrnehmen.

Frick bezweifelt Studien wie die von Lebrecht von Klitzing. Sie seien nicht aussagekrftig: Vernderungen wie eine erhhte Herzschlagrate knnten von allem Mglichen herrhren. Er empfiehlt den Betroffenen, an sogenannten kognitiven Bewltigungstrainings teilzunehmen - einer Art Verhaltenstherapie -, um mit den Symptomen besser zurechtzukommen.

Metallplatten am Haus

Von Verhaltenstherapien hlt Keuser jedoch nichts. Sie rgert sich ber so einen Vorschlag, will nicht als verrckt abgestempelt werden. Sie will, dass man ihre Krankheit, Elektrosensibilitt, akzeptiert.

''Niemand lebt freiwillig so'', sagt sie und guckt um sich, in den dmmrigen Raum hinein. In Oberelz kann Heike Keuser zwar wieder durchschlafen, doch ein normales Leben fhrt sie nicht. Auf Elternabende geht der Vater. Familienfeste? Nur, wenn alle die Handys ausschalten, das WLAN ausstpseln. Stdte sind fr Heike Keuser tabu, ihre Familie besucht sie nie. An Urlaub ist gar nicht zu denken. ''Das tut schon weh, vor allem, weil es die Kinder betrifft'', sagt sie und seufzt.

Der Umzug nach Oberelz war auch fr Sohn und Tochter der Keusers nicht einfach. Sie verkauften ihr Haus in Monreal, die Kinder wechselten die Schule, die Freunde blieben dort.

Nun bauen die Keusers dort ein altes Haus um. Rainer Keuser ist Architekt und will seiner Frau einen strahlungsfreien Raum schaffen: Metallmatten, die die Strahlung abschirmen, kommen direkt auf den Putz, er plant Aluminiumfensterrahmen und eine Raumbelftung, damit seine Frau zur Not die Fenster geschlossen halten kann. Das Grundstck hinter der Baustelle haben die Keusers gleich mit gekauft. So kann dort kein anderes Haus gebaut werden, niemand hinziehen, der doch wieder eine Strahlungsquelle verursacht.

Psychosomatisch oder tatschlich elektrosensibel - Heike Keuser hat Schmerzen.

Um sie zu vermeiden, wird sie sich weiter verstecken.

Voor het originele artikel zie:
www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wi&dig=2011%2F07%2F02%2Fa0026&cHash=70916452c2 .


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